REVOLUTION:
NEGATION: ich kündige – ist das nicht eine positionierung durch negation. soll man das laut pr-strategen nicht eher vermeiden? warum? um immer zu zeigen, dass man dem bestehenden (scheiss) was positives gegenüberstellen will. den guten willen bekunden. was aber wenn man nicht will und vielleicht auch perspektivenlos ist, was positive utopien angeht? ist nicht der erste und auch notwendige schritt einmal sich abzugrenzen in dem man sagt, was einem/einer nicht passt. was man nicht will. was man in der wenn auch brüchigen undeutlichen phantasie von einer besseren welt einfach nicht haben will. zumindest dass man ganz klar in dem spiel wie es jetzt läuft nicht nicht nicht mitmachen will. wir fordern die negation. wir fordern das austreten das kuendigen (ich pupse gleich!) das drauf scheissen und das alles laut und deutlich. so nicht und auf keinen fall mit uns! wir fordern die revolution!
FEMINISMUS: das ist unser revier, unser universum. die hier aufgeführten begriffserschließungsversuche erschließen gleichzeitig auch unsere vorstellung von feminismus. wir arbeiten an mit und in ihm. halleluja, wir preisen ihn! für uns ist feminismus die brille, durch die wir die welt wahrnehmen und die uns erkennen lässt, wie konstruiert und gemacht die oft als gegeben angenommenen oder uns als solche verkauften dinge sacheverhalte quoten hierarchien beziehungen etc. sind. und gegen diese betonierten gebäude und verknöcherungen des systems brüllen wir aus dem grunde unseres herzens, was ja dann eh schon fast unser geschlecht ist, an und bringen sie so zum einstürzen. dieser vorgeblichen selbstverständlichkeit des gegebenen zeigen wir unsere mösen!
KUNST: "kunst ist das, was jemand, der etwas von kunst versteht, als kunst bezeichnet." kunstdefinition von otto mauer (1907-1973, ab 1954 domprediger in st. stephan/wien und eröffnung der galerie nächst st.stephan. machte jahrzehntelang ein wirklich beachtliches zeitgenössische kunst programm, u.a. die von valie export organisierte erste ausstellung zu kunst und feminisimus in österreich MAGNA. chapeau monsignore!)
kunstdefinition der schwestern brüll: kunst ist das, was jemand als kunst bezeichnet. sei es nun jemand der was macht, was schreibt, was liebt, was versteht oder nix versteht auf dem feld kunst. und das ist ein weites.
ob wir kunst machen? ja, wenn uns gerade nichts anderes einfällt. uns geht es um idealidentiätsrealisation und wenn das die künstlerin miteinschließt, dann machen wir auch kunst. aber da sind wir schon bei zwei weiteren begriffen, nämlich:
IDEALIDENTITÄTSREALISATION: wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob wir die über die übersetzung mit "selbstverwirklichung" glücklich sein sollen. mit dem miefigen eso-touch, den der begriff mitschleppt! schon allein unsere wortkreation hat doch schon viel mehr verve, esprit, charme und selbstironie als der verbissene auftrag der selbstverwirklichung. wenn es allerdings um den kern der beiden begriffe geht, dann sind wir schon d'accord: herausfinden, wonach einem das herz steht und tun. live love. passionate lifeways statt hobbytöpferei!
IDENTITÄT:
SCHEITERN: die beste ausrede ever für alles was wir gern richtig gut könnten aber auch wirklich nie so gut hinkriegen wie wir wollten. konjunktiv ade, scheitern ahoi - ausprobieren, experimentieren, learning by doing, learning in public. wir produzieren nicht nur keine perfekten welten, sendungen, performances, kunst, videos, nein! wir zeigen auch gleich, wie wir das alles angehen - auch wenn wir scheitern. aber woran scheitern wir? an den vorstellungn von perfekt (s.u.)? ist unsere vorstellung von perfekt nicht DEREN vorstellung von perfekt? und was halten wir davon? N I X X X ! ! ! also weg mit dem hemmschuh der perfekt-vorstellung des patriarchalen scheißsystems - zurück an die prinzen - und der männlichen spezialistenhysterie. befreit euch! UND: L E G T L O S ! ! !
DILETTANTISMUS, auch: DILLETANTISMUS: schon der grosse j. w. von goethe verstand den dilettantismus als die aufhebung zwischen akademischer stubenhockerei und do-it-youself-pathos, so wolfgang müller von "die tödliche doris", autor des buches "geniale dilletanten" (merve verlag) und gründer der walther von goethe foundation in reykjavík (die schöne geschichte sei hier auch kurz zitiert: walther von goethe war der letzte direkte goethe, sein enkel und überdies erfolgloser (und auch nicht sehr talentierter) komponist. doch es gibt ein sehr schönes zitat von ihm, dass ich in seinen briefen fand: "mein großvater war ein hüne, ich bin ein hühnchen.")
was sonst noch so mit dem begriff in verbindung gebracht wird: nicht vom fach°°°stümperhaft°°°nicht-können°°°will mehr, als ihm/ihr zugestanden wird°°°anmaßung°°°selbstüberschätzung°°°maßlosigkeit°°°außenseiterIn°°°übergangswesen zwischen betrachterIn und gestalterIn°°°gesinnungstäterIn°°° (wie auch der folgende text entstammen die begriffe der ankündigung des dilettanten-symposiums des steirischen herbstes 2002:)
es sind oft dilettantInnen, die, unbelastet von den zwängen professioneller produktion, in der kunst die fragen nach ihren grundlagen stellen un die dabei immer wieder von neuem beginnen, das kodifizierte und bewährte zu verlassen: dilettantismus wird zu einer zentralen kategorie der großen radikalen bewegungen des 20. jahrhunderts von dada bis punk. der dilettant/die dilettantin ist aber nicht nur wichtig als außenseiterIn, der/die die karten neu mischt, sondern auch wegen seiner/ihrer rolle als ein übergangswesen zwischen betracherIn und gestalterIn: er/sie kann als prototyp einer ästhetischen. existenz. er/sie ist immer gesinnungstäterIn, was ihn/sie auch als moralische figur interessant macht.
die schwestern brüll sehen im dilettantismus auch einen schönen und sympathischen begriff, der durchaus herhalten kann, wenn man was braucht, um uns besser verstehen zu können, oder um das, was wir machen, doch noch irgendwie mit kunst in verbindung bringen zu können. aber vergesst dabei nicht: ES IST DIE REVOLUTION!!!
PERFEKT: wir haben viel zu sagen und daher nicht viel zeit uns mit formalen details zu beschäftigen. und außerdem sind unsere vorstellungen von perfekt in keiner weise identisch mit DEREN vorstellungen von perfekt. die musik klingt dann halt mal so, als würden wir gegen den drumcomputer ansingen. die fotos sind nicht so belichtet, wie man es lernen würde, wenn man es lernen würde, die homepage ist noch immer auf der collaborat-adresse mit den einfachen eingabemöglichkeiten (danke tom!) und den wenigen gestaltungsmöglichkeiten... und so weiter. ABER: es geht uns darum, dass wir unsere botschaften in die welt bringen, da ist uns das eine oder andere detail schon mal egal. perfekt ist für uns etwas, was das, was wir wollen, vermittelt. wenn etwas nach DEREN ihrer auffassung nicht perfekt oder nicht gelungen ist, der inhalt aber so rüberkommt wie wir das wollen vielleicht gerade WEIL wir am perfektionismus scheitern, dann ist alles GUT.
denn oft ist perfektionismus die kette um die fesseln der dame von welt, der nasse asphalt, in dem die dame von welt mit einem stöckel ihrer high heels steckt. und so wird das nie was mit der revolution, meine damen, liegt schon in unserem namen - damen!
und wenn wir scheitern, dann mit hingabe! (s.o.)
SELBSTERMÄCHTIGUNG: und diese hingabe an die sache, dieser wille etwas zu realisieren, anzugehen, zu versuchen verbunden mit der absage an DEREN perfektionsvorstellung (s.o.) und unserem idealidentitätsrealisationsprojekt (s.o.) lässt uns zumindest nicht erschaudern vor sachen, die wir uns nicht zugetraut haben, die wir nicht können, die noch nie gemacht haben. selbstermächtigung ist der begriff der stunde, denn meine damen, anrufen wird nieman, um zu fragen, ob ihnen das system eh passt oder ob sie nicht was dagegen unternehmen wollen. fragen wird sie auch niemand, ob sie nicht head of the queen barbie loge sein wollen (siehe lena braun), ob sie nicht punkrockstar werden wollen oder dirigentin der wiener philharmonikerinnen. sich selbst erfinden, eine idealidentität entwerfen, unnütze perfektionismusansprüche über bord werfen und L O S L E G E N. und falls doch jemand anruft: zusagen dann das machen, was man will. sofern es revolutionär-jungfeministisch ist. yeah!
PARASITEN; PARASITÄRES ARBEITEN; PARASITiNNEN (grch.-lat.); bakterien- , pflanzen- oder tierarten, die ihre nahrung anderen lebewesen entnehmen und sich vorübergehend oder dauernd an oder in deren körper aufhalten; lebewesen, das von einem anderen lebewesen lebt; parasitismus: zusammenleben zweier organismen zum einseitigen vorteil des anderen; kommensalismus: zusammenleben zweier organismen, bei dem sich der eine vom nahrungsüberschuss des anderen ernährt, ohne ihm zu schaden.
die schwestern brüll halten in manchen fällen die parasitäre strategie für angebracht, um sich und ihr anliegen so richtig groß raus zu bringen, wie z.b. in der