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die große brüll-show ab august 2003 im b72 - jetzt geht's richtig los!


title [year, status] "die große brüll-show" [2002, concept]
keywords brüll, talk, sing, music, roarrr
materials [dimensions] situations, zufälle, mut, power

references DIE GROSSE BRÜLL SHOW – EINE LEBENSBEJAHENDE REANIMATIONSSHOW

Die Brüll-Show soll die alltägliche Lethargie der/des einzelnen durchbrechen. In der Tradition des Aktionismus und der Situationisten wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, die von den Gästen vielfältig genutzt werden können. Daher ist das Konzept der Show auch bewußt sehr offen gehalten. Wir wollen das passive Konsumieren von Unterhaltung durch die Aufforderung, den Abend aktiv mitzugestalten, konvertieren.

Wir streben nicht nach Perfektion oder Professionalität, da für uns Handlungen, Situationen Gespräche, Vorführungen etc.,die “unvollkommen” oder nicht zu Ende geführt scheinen, oft erst die Möglichkeit einer intensiveren Auseinandersetzung und Reflexion bieten. Wie Billy Wilder sagte: “Das Ziel ist wichtig aber der Weg is really all the fun!”

Wir wollen die Illusion der Perfektion nehmen, da erst durch den Anspruch nach Vollkommenheit, Professionalität oder Perfektion, “Fehler” und Abweichungen von der Norm entstehen bzw. Normen und Normalität definiert werden.
Dadurch wird dem einzelnen Menschen oft der Raum genommen, seine Wünsche oder Idealidentitäten auszuleben, da sie von der Norm oder den Vorstellungen, die die Gesellschaft, Familien, Freunde oder er selbst von sich hat, abweichen.

In unserer Show wollen wir jene auffordern, den Abend zu nutzen, auszuprobieren, zu versuchen, teilzunehmen und Scheitern als Chance begreifen zu lernen.

Die von uns eingeladenen Gäste repräsentieren verschiedene Lebensentwürfe und sollen u.a. auch die unterschiedlichen Möglichkeiten und Wege aufzeigen, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Unser Konzept in bezug auf den Showabend bietet einige Orientierungspunkte, aber der genaue Verlauf kann im vorhinein nicht festgelegt werden, da für spontane Aktionen jeglicher Art Platz sein muss.

Gäste:
Max Bruce Lee aus Graz – Scheitern mit Hingabe
Azra – Stell dein Licht nicht untern Scheffel (nicht mehr fix)
Barbara Baxant – Posen bringt Rosen
Bibbi Nylong – Sei nicht revolutionär, du bist es sowieso
Lisa D. – Weiblichkeit als Maskerade

Schwestern Brüll:
Katharina, Monika, Gudrun Brüll
Christina die allwissende Müllhalde Brüll
Martina Yo-Honey La Rose Brüll
Brüllgott
links

abstract

showplanung participants die famosen brüll- jingles
brüllgirls withbrüllgod
die grosse brüll-show: EIN RUHIGBLICK

ein imaginärer dialog von karin, moni und gudrun ankele (WIR) mit der idealidentität schwestern brüll (IISCHWB)


IISCHWB: girls ihr seid abgegangen wie ein tornado, der durch die arena gefegt ist!
WIR: ja, manno, war gar nicht so leicht an euer konzept ranzukommen...
IISCHWB: das ungeplante haben wir uns besser vorgestellt.
WIR: wir auch! auf einmal waren nackte männer auf der buehne, die von spatzis und busen gesungen haben. hm, ganz schön verunsichernd war das.
IISCHWB: da kamen wirklich eure altera egoinen zurück, die dann das offene konzept wieder schließen wollten. was war da mit loslassen schwestern? da habt ihr schon gemerkt, dass es gar nicht so leicht ist, idealidentitätskonzepte zu verwirklichen. vor allem wenn man sich dem unvorhersehbaren aussetzt. aber ihr habt euch tapfer durch die show gebrüllt.
WIR: euer konzept hat ja vieles vorgesehen, zu dem wir gar nicht gekommen sind. das gespraech mit max zum beispiel hat ja nicht wirklich funktioniert.
IISCHWB: sein scheitern ist eben kosequent.
WIR: dabei hat er sich auf die show vorbereitet und extra eine postkarte produziert! zumindest produzieren wollen.
IISCHWB: nicht zuhören gilt nicht. und vergesst nicht: zwischen zwei brüllern muss auch mal gut ein- und ausgeatmet werden.
WIR: es wurde für uns auch deshalb schwierig, weil die orientierungspunkte, die euer konzept vorgesehen hat, sich nicht entwickeln konnten. das gespräch mit max ist nicht entstanden, frau baxant hat kein lied gesungen, lisa d war verhindert.
IISCHWB: schade dass die ideen, die hinter der show stehen, kaum transportiert wurden. dafür war alles ziemlich schnell und energie kam auf alle fälle rüber.
WIR: einmal ist keinmal. aufgeben gilt nicht. the show will go on.
IISCHWB: bravo mädels, da habt ihr ja schon was davon gehabt. wir lieben euch!
WIR: wir auch. gute nacht!
IISCHWB: gute nacht!