das manifest der schwestern brüll
[katharina, monika + gudrun brüll]
das schwesternkollektiv brüll fordert die individuell bestmöglichste und autonom zu verwirklichende lebensgestaltung ein. wir schwestern brüll erheben uns nun und tun gemeinsam das, was uns gefällt, was nicht das sein muß, was wir am besten können.
wir schwestern brüll müssen uns dem inneren drang beugen und das marktwirtschaftliche ichsitzvierzigjahreambürosesselfest-system verlassen. nun machen wir uns eine neue wirklichkeit. und die lautet: die neue wirklichkeit der schwestern brüll!
die neue wirklichkeit der schwestern brüll kann als idealidentitätsrealisationsprojekt gesehen werden, sprich: augen zu-kopfbild, augen auf-frontbild.
das schwesternkollektiv brüll legt nun los. wir werden auch ihre sinne zum brüllen bringen.
- das schwestern brüll 3plattenrockerinnen-kollektiv [hier werden lieder gespielt, die nicht aus dem repertoire der schwestern-brüll musikgruppe stammen, die man und frau für jede lebenslagen immer parat im hinterkopf haben sollte, damit man was zum ablenken und summen hat, wenn’s hart auf hart kommt: brüllen, schwestern, denn love is just a period]
- die schwestern brüll-konzertmusikgruppe [mit rockigen, fetzigen und zauberhaften stückchen, oft poetisch, oft realistisch, immerzu feministisch, die zum brüllen und schmusen überall auf der ganzen welt anregen]
- die schwestern-brüll t-shirt-für mädels-factory [fuck em all sistas ... hier lassen wir sprachlich die sau raus, für die daran nicht interessierten gibt es handtaschen]
- der stammtisch zur erweiterung des unnützen wissens [ein wöchentlich geplantes zusammentreffen der geschwister brüll mit ihren geistigen schwestern, wo ihre geistigen mütter erforscht werden, ihre geistigen väter vom sockel gehauen werden und unsere geistigen und handwerklichen kapazitäten auf ein maximum erweitert werden – mit der hilfe von eigens dazu eingeladenen gästen, die bei schlechtem benehmen oder lethargieverhalten unverzüglich ausgeladen bzw des stammtisches verwiesen werden]
- das schwestern brüll "was heißt denn hier kunst mit d?" bzw "geh uns nicht auf den wecker, peter w. " künstlerinnenkunstprojekt [hier fällt alles und jeder drauf rein und rein, was uns sonst noch einfällt]
- das schwestern brüll wissenschaftsprojekt "keep it real sista" [von wegen objektivität oder realnessdebatten. alles quatsch. i am. ] bzw "mehr diskurse für foucault" [hier wird geforscht, recherchiert, nach- und vorgelesen]
allgemein:
- sind wir immer supercool und setzen mit jeder aktion der an der postmoderne gescheiterten hermeneutik ein denkmal.
[wer möchte dann noch teil einer jugendbewegung sein! hä?]
- weiters heizen wir dem geschlechtsunterschied nochmal so richtig schön ein! und zwar: einfach so. basta.
- the eye fucks the world, braindead und fucky brown sind unsere freunde und
- ja: wir werden uns positionieren. [mit nomeansno gesprochen: be strong, be wrong]
die welt muß nicht mehr lange warten.
denn wir sind dran und gut!
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THE BRÜLL SISTERS - THE MANIFESTO (Vienna, 2.12.2001)
(Katharina, Monika und Gudrun Brüll)
The sisters-collective Brüll demands the individually best possible and autonomous realizable life design. We, the Brüll Sisters, stand up now and collaborate on what we like best, which doesn't necessarily coincide with what we do best.
We, the Brüll sisters, have to follow our inner pressure and leave the i-stick-forty-years-to-my-office-chair-system of the market economy. Now we create a new reality, which is: The New Reality of the Brüll Sisters!
The New Reality of the Brüll Sisters can be seen as idealidentityrealizationproject, i.e. eyes shut - mind image, eyes open - front image.
The sisters collective Brüll fires away and steps on the full gas. We will also get your senses roaring.
1. The Sisters Brüll 3djanes-rocker-collective (here, songs are played which do not directly emerge from the repertoire of the Brüll Sisters music group, which men and women should have in mind to hum and to turn away when it comes hard on hard: roar, sistars! for love is just a period)
2. The Sisters Brüll music group (with rocky, fancy, charming pieces, sometimes poetic, sometimes realistic, always feministic, which encourage to roar and to schmusen, everywhere on the world)
3. The Brüll Sisters t-shirt for grrrls-factory (fuck em all sistas...here we linguisitically let the dirty pig out. For the ones who are not interested, there are also handbags)
4. The round table for enlargement of unnecessary knowledge (a weekly meeting between the Brüll Sisters with their sisters in mind, where our mothers in mind are explored and the fathers in mind are thrown from their pedestals. Our mental and handicraft capacities get expanded to a maximum - with the help of especially invited guests, who are in case of bad or lethargic behaviour immediately put off or thrown out)
5. The Brüll Sisters "What means art with f?" or "Don't get on our nerves. Peter W." female artist art project (here everything falls for or in whatever else comes in our mind)
6. The Brüll Sisters science project "Keep it real sista" (my foot, objectivity or realness debates. Bullshit. I am.) or "More discourses for Foucault" (here we investigate, do research work, read and read aloud)
in general:
:: we are always supercool and with every action we raise a monument to Hermeneutik which failed by Postmodernism (who then still wants to be part of a youth movement!Hä?)
:: moreover we once again fire the gender difference. simply so. basta.
:: The eye fucks the world, braindead and fucky brown are our friends and
:: YES: we will take our stand. (to speak with nomeansno: be strong, be wrong)
The world doesn't have to wait any longer.
It's our turn and we are great!
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Herbst 2006
DAS ZWEITE MANIFEST DER SCHWESTERN BRÜLL.
Die Schwestern Brüll brechen auf zu neuen Ufer, verfassen ihr zweites Manifest, malen mit Öl auf immer größer werdenden Leinwänden und kommen dabei so richtig in Fahrt. Nach der dadaistisch-surrealistischen Zeit der letzten Jahre, treten sie nun ein in die heißersehnte Ich-Phase des abstrakten Expressionismus. „Mach die Tür auf Johnny“ setzt den Auftakt zu einem neuen Projekt, das mit der Aufnahme der Schwestern Brüll in die Malereiklasse einer Kunstuniversität im Jahr 2007 enden wird. Ganz im Sinne von Billy Wilder, der einst meinte „Das Ziel ist wichtig, but the way is really all the fun“, werden die Schwestern Brüll Sie an diesem Fun ein Jahr lang teilhaben lassen. Und dass dieser Fun dort beginnt, wo die Schwestern Brüll mit „Mach die Türe auf Johnny“ loslegen, war Ihnen vermutlich schon von vornherein klar.
MACH DIE TÜR AUF JOHNNY – DAS MANIFEST
Die Zeit der Manifeste ist vorbei, daher ist die Zeit für Manifeste auch wieder reif. Wir Schwestern Brüll haben uns lange genug gesuhlt und verloren in Dilettantismus, in Do-It-Yourself, in pädgagogischer Aufklärungsarbeit, in feministischen Posen, in Hinterhof-Revolutionsaufrufen. Auf sicherem Boden, von den besseren Plätzen aus. Wer Kuchen hat, braucht ja bekanntlich auch nichts backen. Die Utopie ist nicht zu Ende, aber jeder Versuch ihrer Umsetzung bedeutet Glaubensverlust und Anspruchsminimierung. Dieser Entwicklung müssen wir uns stellen. Wir Schwestern Brüll beenden das sich Verlieren im Geschwafel und in den leeren Forderungen, die als Probleme an Plätzen aufgezeigt werden, die von eben jenen Problemen meist nicht tangiert werden. Wir beenden überhaupt jegliches Aufzeigen und kehren zurück zum Konkreten und zum Selbstbezug, was in diesem Falle bedeutet: auf auf zum freien Feld der Malerei.
Das Projekt „Mach die Tür auf Johnny“ führt uns geradewegs in die Malereiklasse einer beliebigen Kunstuniversität. Jeder Schritt hin zu den heiligen Hallen der gärenden Kunstuniversitäten ist Teil des Projekts und wird grobschlächtig öffentlich ausgetragen, denn die Frage ist: Wie schaut die Kunst vor der Kunst aus?
Der Begriff „geradewegs“ bedingt allerdings einige wichtige Schritte, die im Vorfeld – sprich im nächsten Jahr, sprich bis zu den ersten Aufahmeprüfungen – erarbeitet und regelmäßig präsentiert werden (als Selbstbezugsprojekt kann es sie interessieren, es muss sie aber – im Gegensatz zu unseren frühen Projekten – nicht interessieren. Ach wie frei ist Malerei!):
1. Das Schwestern Brüll Malen für AngeberInnen ABC
2. Die Schwestern Brüll Malerei und MalerInnen Fan Historiografie
3. Die Schwestern Brüll beste Fibel Sachen zum Lachen, die in sich eine Unmenge persönlicher Anekdoten zum Thema „Aufnahmeprüfung - How I survived/How I not survived “ birgt.
4. Die Schwestern Brüll Arbeits- und Interessensgemeinschaft „Das Malen der Geschlechter“
5. Die Schwestern Brüll Reihe „Keilrahmen bauen, Pinselhaar klauen – leicht gemacht“
6. Die Schwestern Brüll Imitationsgymnastik „Leben wie Vincent Van Gogh – das kann ich auch“, „Leben wie Rembrandt – das kann ich auch“, „Leben wie... – das kann ich auch“ u.ä., wo es nicht um Malstil, sondern um Lebensstil und Imitation im Sinne von method acting (und des damit verbundenen vorübergehenden künstlerisch wertvollen Umnachtungszustandes geht). Denn bekanntlich sind ja Kunst und Leben gar nicht mehr zu trennen und zu trennen auch gar nie gewesen. Daher konzentrieren wir uns auf das Leben, in dem sich demnach ja bekanntlich dann auch die Kunst verbirgt.
Damit sollte klar werden: Nein, wir Schwestern Brüll resignieren nicht, wir machen – wie es die heutige Zeit von uns Menschen vermehrt einfordert – Spezifikation mit einem Weitblick für das Allgemeine. Und das anhand der Spezifikationssparte Malerei. Und das anhand des Einjahresplans, der als letzte Hürde die Aufnahme auf eine Kunstuniversität (zu dritt als eine, das versteht sich doch) festschreibt, die keine weiterführenden Besuche eben auf jener Institution nach sich ziehen muss. Und dabei stellen wir wieder fest – nicht nur, aber auch: „Das Ziel ist wichtig, but the way is really all the fun.“ Und wir stellen auch fest, wie das Spezifische oft kaum zu bremsen auf das Allgemeine zustürzt. Die Malerei, ja meine Güte, am Ende noch auf das ganze Leben!
Und ja, sie einsamen Schnabelschnuppen da draussen, falls es ihnen nicht klar genug war: wir Schwestern Brüll sind noch immer im Auftrag für das richtige Leben im Falschen unterwegs.